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Tabakerhitzer (IQOS, glo, Ploom): Risikoniveau und Stand des Wissens

IQOS, glo, Ploom: diese Produkte erhitzen Tabak, ohne ihn zu verbrennen. Weniger giftig als die Zigarette? Die Wissenschaft ist vorsichtiger als die Hersteller.

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Die wissenschaftliche Grundlage zur Rauchentwöhnung wurde ehrenamtlich von Prof. Bertrand Dautzenberg , Tabakologe, gegengelesen, um grobe, potenziell gefährliche Fehler auszuschließen. Sie gibt Positionen wieder, die unter Fachleuten und Gesundheitsbehörden weithin geteilt werden, ohne stets genau seinem Denken oder seiner Praxis zu entsprechen. Er ist nicht der Autor dieses Textes; er hat lediglich eine sorgfältige Durchsicht vorgenommen.

Du hast sicher Kollegen gesehen, die ein kleines Gerät mit einer Mini-Zigarette rausholen, die fast keinen Geruch abgibt. Das ist ein Tabakerhitzer (HTP, heated tobacco product): IQOS von Philip Morris, glo von British American Tobacco, Ploom von Japan Tobacco. In Deutschland ist IQOS besonders verbreitet – PMI Deutschland gehört zu den größten Märkten weltweit.

Das Marketing sagt: „95 % Risikoreduktion vs. Zigarette". Die unabhängige Wissenschaft sagt: „wir wissen noch nicht genug". Hier der Stand 2026.

Wie es funktioniert

Du steckst ein Mini-Tabakstäbchen (Heets, Neo, Terea etc.) in ein elektronisches Gerät. Eine Klinge oder ein Stift erhitzt den Tabak auf 250-350 °C – genug, um Nikotin und Aromen zu verdampfen, nicht genug für eine vollständige Verbrennung wie in einer Zigarette.

Du inhalierst ein Aerosol (keinen Rauch), das Folgendes enthält:

  • Nikotin,

  • Aromen,

  • Wasser- und Glycerindampf,

  • aber auch: Kohlenmonoxid, Nitrosamine, Aldehyde – in reduzierter Menge vs. Zigarette, aber nicht null.

~50-90 % Reduktion der Belastung mit mehreren wichtigen Giftstoffen vs. Zigarette – je nach Substanz und je nachdem, wer die Studie finanziert.

Studien Philip Morris bei der FDA, unabhängige Gegenstudien

Die Datenfalle: wer finanziert was?

Das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt zum Merken. Die Mehrheit der Studien, die Tabakerhitzer in günstigem Licht zeigen, sind:

  • vom Hersteller finanziert (hauptsächlich PMI, zu IQOS),

  • bei der FDA eingereicht im Rahmen kommerzieller Zulassungsanträge,

  • konzentrieren sich auf Expositions-Biomarker statt auf klinische Langzeitwirkungen.

Unabhängige Studien (PubMed, universitäre Metaanalysen) finden oft:

Die verfügbaren Beweise sind begrenzt, manchmal widersprüchlich und schwer zu interpretieren. Die von der Industrie finanzierten Studien reichen nicht aus, um zu belegen, dass HTPs für ihre Nutzer sicherer sind als Zigaretten.

The Conversation, 2026 – Synthese Tobacco Control

Was wir 2026 mit Sicherheit sagen können

Position der Gesundheitsbehörden

  • WHO: weigert sich, Tabakerhitzer ohne klinische Langzeitbelege als „weniger riskant" einzustufen.

  • Deutsche Krebsgesellschaft / DKFZ: kritisch, fordert Verbot der Aromen und stärkere Werbebeschränkungen.

  • FDA (USA): hat IQOS 2020 als „modified-risk tobacco product" mit sehr begrenzten Claims zugelassen, 2021 vom US-Markt genommen, 2026 erneut in Diskussion.

  • National Health Service (UK): schätzt sie als „wahrscheinlich weniger riskant" als die Zigarette ein, aber nicht als Erstoption zum Aufhören empfohlen.

Also besser oder nicht, für einen Raucher?

Ist das eine Antwort für einen Raucher, der nicht aufhören will, aber seine Risiken senken möchte?

Und das Passivrauchen?

Relativ gute Nachricht: das emittierte Aerosol riecht weniger, enthält weniger sichtbare Partikel und weniger Kohlenmonoxid als Zigarettenrauch. Schlechte Nachricht: es enthält trotzdem Nikotin und mehrere Giftstoffe, die von Nichtnutzern in der Nähe eingeatmet werden.

Der Markt 2026

Tabakerhitzer machen heute 5 bis 15 % des gesamten Tabakmarkts in mehreren europäischen Ländern aus (vor allem Deutschland, Italien, Polen). In Deutschland ist IQOS besonders sichtbar – es ist einer der am stärksten beworbenen Märkte Europas. In Japan sind es fast 30 %. Das Wachstum ist rasant – und das Marketing sehr aggressiv.

In Deutschland

Deine Fragen

  • Ist IQOS besser als die Zigarette?


    Nichts beweist es, trotz dem, was seine Verkäufer behaupten. Langzeitbeweise fehlen. Es ist vielleicht weniger giftig bei einigen Parametern, aber die Abhängigkeit wird eher verstärkt — und keinesfalls ein harmloses Produkt.
  • Wenn ich von IQOS zur Vape wechsle, gewinne ich etwas?

    Für die meisten gemessenen Substanzen ja. Die Vape liefert weniger Giftstoffe als der Tabakerhitzer.
  • Gibt es einen großen Unterschied zwischen IQOS, glo und Ploom?


    Marginal. Erhitzungstemperaturen und Zusammensetzungen variieren leicht, aber das Risikoprofil ist insgesamt ähnlich.
  • Ist der Verkauf von Tabakerhitzern an Minderjährige verboten?


    Ja, überall in Europa — genauso wie Zigaretten und Vapes.

quellen

  • Znyk M, Jurewicz J, Kaleta D, Exposure to Heated Tobacco Products and Adverse Health Effects, a Systematic Review, Int J Environ Res Public Health, 2021 (und Update 2025).

  • WHO, Heated tobacco products: a brief, Update 2024.

  • Berman ML et al., Heated tobacco products: a critical review of evidence, Tobacco Control, 2026.

  • Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Tabakerhitzer: Bewertung der gesundheitlichen Risiken, 2024.

  • BIÖG (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit), Neue Tabakprodukte in Deutschland, 2024.

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