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Rauchen und Mehrfachabhängigkeiten: Aufhören bei Kombination mit Alkohol, Cannabis oder anderen Süchten

80 % der Alkoholabhängigen rauchen. Soll man alles gleichzeitig aufhören? Hier die Empfehlungen je nach Profil und Co-Konsum.

Aria

Die wissenschaftliche Grundlage zur Rauchentwöhnung wurde ehrenamtlich von Prof. Bertrand Dautzenberg , Tabakologe, gegengelesen, um grobe, potenziell gefährliche Fehler auszuschließen. Sie gibt Positionen wieder, die unter Fachleuten und Gesundheitsbehörden weithin geteilt werden, ohne stets genau seinem Denken oder seiner Praxis zu entsprechen. Er ist nicht der Autor dieses Textes; er hat lediglich eine sorgfältige Durchsicht vorgenommen.

Du rauchst und trinkst mehr als nötig. Oder du rauchst und konsumierst regelmäßig Cannabis. Oder beides. Du bist nicht allein – die Mehrheit der Tabakabhängigen kombiniert mit einer oder mehreren Substanzen. Die immer wiederkehrende Frage: womit anfangen? Es gibt keine einzige Antwort, aber klare Prinzipien je nach Profil.

Was die Forschung heute sagt

Lange wurden Entzüge getrennt: „Zuerst der Alkohol, der Tabak später." Dieser Ansatz ist weitgehend infrage gestellt.

Der Rauchstopp kann durchaus gleichzeitig mit dem Alkoholentzug vorgeschlagen werden, mit allen verfügbaren Substitutionsbehandlungen. Tabak „zur Entlastung" zu behalten ist ein schlechtes Signal.

HAS und Suchtmediziner, aktuelle Empfehlungen

80 % der Heroinabhängigen sind auch tabak- und/oder alkoholabhängig. Und Raucher haben ein 5-fach höheres Risiko als Nichtraucher, eine andere psychoaktive Substanz zu konsumieren.

Daten Gesundheitsbarometer / OFDT

Typische Profile

Tabak + Alkohol: was zuerst?

Häufige Frage. Moderne Antwort: gleichzeitig ist in den meisten Fällen vorzuziehen.

Tabak + Cannabis: nuancierte Reihenfolge

Tabak + Opioide: Substitution Priorität

Tabak + Glücksspiel/Bildschirm/Zucker: Verhaltenssüchte

Übersichtstabelle

Ko-SuchtGleichzeitig stoppen?Priorität
Alkohol (moderat-schwer)Ja, simultan vorzuziehenBeide
Cannabis (täglich)Nicht idealCannabis zuerst
Cannabis (festlich)Ja, simultan möglichBeide
OpioideTabak späterOpioid-Substitution zuerst
Kokain/MDMAJa, simultan möglichWahlweise
Glücksspiel/Bildschirm/ZuckerJa, simultan möglichWahlweise, Transfers antizipieren
Missbrauchte MedikamenteJe nach ProfilSubstitution wenn Opioid, sonst simultan

Warum nicht alles aufschieben

Hilfreiche Strukturen

Die Suchtverlagerungs-Falle

In Deutschland

Deine Fragen

  • Wenn ich alles gleichzeitig stoppe, falle ich schneller um?

    Nicht zwingend. Studien zeigen, dass hochmotivierte Personen im simultanen besser abschneiden als im sequenziellen Entzug. Risiko kommt vor allem aus fehlendem Support, nicht der Anzahl Substanzen. Mit Suchtberatungs-Begleitung oft die wirksamste Option.
  • Mein Therapeut sagt, Tabak „nicht zu überladen" lassen. Guter Rat?

    Heute umstritten. Aktuelle Empfehlungen befürworten den gleichzeitigen Stopp. Wenn du bereit bist, Fachmeinung sinnvoll.
  • Und die E-Zigarette in alledem?

    Vape kann Brücke zum Tabakstopp sein, besonders bei Tabak + Cannabis. Risiko: lange nikotinabhängig zu bleiben. Als Etappe nutzen, nicht als Endziel.
  • Ich nehme gelegentlich Kokain. Ändert das meine Tabakstrategie?

    Nicht drastisch. Kokain und Tabak sind sozial oft verknüpft, was Kreuzauslöser schafft. Diese Situationen beim Stopp antizipieren.
  • Ich bin unter Subutex (Buprenorphin). Kann ich trotzdem Nikotinpflaster nehmen?

    Ja, keine Wechselwirkung zwischen Buprenorphin und Nikotinersatz. Gleiches für Methadon. Du kannst den Tabak gelassen parallel zur Opioid-Substitution stoppen.
  • Mein Umfeld entmutigt mich: „Du bist schon dran, Alkohol/Cannabis zu lassen, lade dir nicht noch Tabak auf." Was tun?

    Dein Umfeld meint es wohl gut, aber klinische Erfahrung zeigt, dass simultanes Aufhören gut funktioniert bei motivierten Profilen. Mit Suchtmediziner besprechen für professionelle Meinung.

quellen

  • Schmitt A (CHU), Rauchstopp und Ko-Süchte, Fortbildung.

  • Deschenau A et al., Kombinierter Tabak- und Cannabiskonsum, Französische Alkohologische Gesellschaft, 2024.

  • DHS (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen), Entzug und Komorbide Süchte, Faktenblatt 2024.

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