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Leistungssportler und Tabak: Prävalenz, Antidoping und seltene Fälle rauchender Profis

Wie viele Profisportler rauchen wirklich? Die WADA hat bei 19 % der kontrollierten Fußballer Tabak gefunden. Überblick zu seltenen Fällen – und zu den Antidoping-Regeln.

Aria

Die wissenschaftliche Grundlage zur Rauchentwöhnung wurde ehrenamtlich von Prof. Bertrand Dautzenberg , Tabakologe, gegengelesen, um grobe, potenziell gefährliche Fehler auszuschließen. Sie gibt Positionen wieder, die unter Fachleuten und Gesundheitsbehörden weithin geteilt werden, ohne stets genau seinem Denken oder seiner Praxis zu entsprechen. Er ist nicht der Autor dieses Textes; er hat lediglich eine sorgfältige Durchsicht vorgenommen.

Maradona, der Zigarren raucht. Wayne Rooney auf Fotos mit Kippe im Mund. Joey Barton, Mario Balotelli, Jack Wilshere. Die Liste der mit Zigarette in der Hand fotografierten Fußballer ist länger, als man denkt. Dabei sollte das Rauchen auf diesem Niveau verschwunden sein. Hier kommt, was die Zahlen wirklich sagen – und warum es auf höchstem Niveau noch Raucher gibt.

Die (schlecht versteckte) Leidenschaft der Sportler für die Kippe

19 % der zur Dopingkontrolle erfassten Fußballer weisen Tabak- oder Nikotinspuren in ihren Proben auf. Vor oder nach den Spielen.

Welt-Anti-Doping-Agentur, ab 2012 erhobene Daten

Die Schätzungen variieren, konvergieren aber zu einer Feststellung: etwa 25 % der Profifußballer rauchen oder haben während ihrer Karriere geraucht. Das ist weniger als die rund 25-30 % der erwachsenen Allgemeinbevölkerung in Westeuropa, aber deutlich mehr, als die Fans sich vorstellen.

Geschätzt würde ich sagen, es gibt ein gutes Viertel Raucher im Fußball. Die jungen in der Akademie trauen sich nicht mehr, aber in der ersten Mannschaft ist es in manchen Kabinen noch sehr präsent.

Ein anonymer Ex-Profi

zitiert in So Foot, 2021

Warum manche Profis weiter rauchen

1. Tabak ist kein Dopingmittel

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) klassifiziert Nikotin nicht unter den im Wettkampf verbotenen Substanzen. Konsequenz: ein Profisportler kann legal rauchen. Es gilt nicht als Vorteil – im Gegenteil, eher als Handicap.

2. Die Stressbewältigung

Profisport ist kolossaler Druck: Medien, Sponsoren, Verträge, Nationalmannschaft, Publikum. Viele Athleten beschreiben die Zigarette als die einzige wirklich aus dem Rahmen fallende Pause ihres Tages. Eine Blase, von der es schwer wird, sich zu lösen.

3. Der soziale Kabinen-Rahmen

In bestimmten Mannschaftssportarten (vor allem Fußball, aber auch Rugby) bleibt die Kabinenkultur beim Tabak permissiv. Zigarette beim Bankett, Zigarre nach einem Sieg – die Rituale halten sich.

4. Die Unterschätzung der Wirkung

Die am meisten betroffenen Sportarten

SportGeschätzte PrävalenzWarum
Fußball~ 19-25 %Kabinenkultur, Stressbewältigung
RugbyHistorisch hoch, im RückgangTradition der „3. Halbzeit"
Ausdauersport (Radsport, Marathon)Sehr niedrigProhibitiv direkter Einfluss auf VO2 max
Präzisionssport (Schießen, Darts, Billard)HöherNikotin kann das Zittern „beruhigen"
Boxen und KampfsportVariabelDokumentierte Einzelfälle
Tennis und GolfSehr niedrigHyper-Professionalisierung, Sponsor-Image

Der Fall Snus im Profisport

Seit Anfang der 2010er Jahre explodieren Snus (skandinavischer Kautabak ohne Rauch) und Nikotinbeutel in europäischen Kabinen. Mehrere Gründe:

  • Keine Verbrennung = keine Wirkung auf den Atem.

  • Diskret: wird unter der Lippe konsumiert.

  • Stimulierend: Wirkung auf die Konzentration.

  • Anti-Stress-Wirkung vergleichbar mit der Zigarette.

20 bis 50 % der Spieler bestimmter Ligen (insbesondere Schweden, Norwegen, aber auch Teile der Premier League) geben an, Snus oder Nikotinbeutel zu nutzen.

Studien im europäischen Fußball, 2020-2023

Die berühmten Fälle

Die Beispiele sind zahlreich und manchmal kontraintuitiv: Maradona (Zigarren), Wayne Rooney, Jack Wilshere, Mario Balotelli, Joey Barton (Fußball), Marco Pantani und Lance Armstrong (Radsport, gelegentliche Raucher), Einzelfälle im Boxen und MMA. Der ikonischste Fall bleibt zweifellos Yannick Noah, der seine Beziehung zu Tabak und Cannabis während und nach seiner Tennislaufbahn nie verheimlicht hat.

Für Profisportler, die aufhören wollen

In Deutschland

Deine Fragen

  • Ist Tabak bei den Olympischen Spielen verboten?

    Nein. Die Zigarette ist keine Dopingsubstanz im Sinne der WADA. Kein Athlet wurde wegen Tabakgebrauch ausgeschlossen. Trotzdem wird selten öffentlich im olympischen Dorf geraucht.
  • Warum sieht man manche Profiradler ab und zu eine Zigarette rauchen?

    Sehr selten an der Spitze, aber existiert am Rand (Ehemalige, Betreuer, einige Fahrer). Angesichts des direkten Einflusses des CO auf die VO2 max ist es mit hohem Ausdauerniveau unvereinbar – außer bei sehr gelegentlichen Rauchern.
  • Ist Snus im Wettkampf verboten?

    Nein, noch nicht. Es steht seit 2019 auf der Beobachtungsliste der WADA. Du kannst es im Wettkampf nutzen, aber die regulatorische Entwicklung ist aufmerksam zu verfolgen.
  • Warum schaffen es manche Profis trotz Zigarette zu performen?

    Weil Training und Talent enorm kompensieren. Aber sie würden bei gleichem Training noch besser ohne Tabak performen. Und ihre Karriere endet oft schneller.
  • Können Amateursportler Snus nutzen?

    In Deutschland und Frankreich legal, aber abgeraten: starke Abhängigkeit, langfristige kardiovaskuläre Effekte ähnlich der Zigarette. Wenn du aufhören willst zu rauchen, sind medizinische Nikotinersatzpräparate besser reguliert.

quellen

  • Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), Jahresberichte zu Dopingkontrollen, ab 2012.

  • La passion des footballeurs pour la clope ne s’est jamais éteinte, Watson, 17. Oktober 2024.

  • Doping Prevalence among U.S. Elite Athletes Subject to Drug Testing under the World Anti-Doping Code, Sports Medicine - Open, 2024.

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