Selbsthilfegruppen zum Rauchstopp: Hilfe vor Ort und online, wie wählen
Cochrane ist eindeutig: eine Selbsthilfegruppe verdoppelt die Stoppchancen gegenüber alleinigem Versuch. Überblick über Foren, Gruppen vor Ort und Programme.
Die wissenschaftliche Grundlage zur Rauchentwöhnung wurde ehrenamtlich von Prof. Bertrand Dautzenberg , Tabakologe, gegengelesen, um grobe, potenziell gefährliche Fehler auszuschließen. Sie gibt Positionen wieder, die unter Fachleuten und Gesundheitsbehörden weithin geteilt werden, ohne stets genau seinem Denken oder seiner Praxis zu entsprechen. Er ist nicht der Autor dieses Textes; er hat lediglich eine sorgfältige Durchsicht vorgenommen.
Mit dem Rauchen aufzuhören ist hart. Es allein in seiner Ecke zu tun, ist noch härter. Selbsthilfegruppen – online oder in echt – können das Spiel wirklich verändern. Die Cochrane-Studien bestätigen es: sie verdoppeln die Erfolgschancen gegenüber einem Stopp ohne jede Hilfe. Hier ein Überblick über das, was im deutschsprachigen Raum existiert, mit Stärken und Schwächen jedes Formats.
Warum es funktioniert
Cochrane Review, Stead und Lancaster, Updates 2017
Das rauchfrei-Programm – die nationale Initiative
Gestartet von der BIÖG (ehemals BZgA), bietet das „rauchfrei-Programm" Gruppenkurse zur Tabakentwöhnung in ganz Deutschland an, oft in Volkshochschulen, Krankenkassen oder Krankenhäusern.
Online-Foren rauchfrei-info
Das offizielle Forum der BIÖG auf rauchfrei-info.de. Anonym und kostenlos.
Moderiert durch BIÖG-Berater.
Strukturierte Bereiche: Vorbereitung, Stopptag, erste Wochen, Rückfälle, langfristige Stabilisierung.
Erreichbar 24/7, aber Reaktionszeiten variieren.
Die spezialisierten Facebook-Gruppen
Mehrere private Gruppen, je nach Tausenden Mitgliedern. Beispiele: „Nichtraucher werden – Endlich rauchfrei", „Rauchfrei Community Deutschland".
Die Präsenzgruppen
Seltener als online, aber wertvoll für bestimmte Profile.
Vergleichstabelle
| Format | Verfügbarkeit | Anonymität | Menschliche Bindung | Kosten |
|---|---|---|---|---|
| rauchfrei-Programm | Feste Termine | Mittel | Hoch | 200-300 €, teilw. erstattet |
| rauchfrei-info Forum | 24/7 | Total | Mittel | Kostenlos |
| Facebook-Gruppen | 24/7 | Profilabhängig | Hoch | Kostenlos |
| DHS-Gruppen vor Ort | Feste Termine | Moderat | Sehr hoch | Kostenlos |
| Krankenkasse/Firma | Variabel | Moderat | Hoch | Kostenlos |
Und die Unterstützung eines Angehörigen, zählt das?
Wie wählen
-
Du hast schon allein versucht und verloren? → Richtung rauchfrei-Programm oder eine aktive Facebook-Gruppe.
-
Du hast mehrere Süchte oder Unwohlsein? → Suchtberatungsstellen der DHS, breitere Community.
-
Du wohnst ländlich oder hast wenig Zeit? → Online-Gruppen 24/7.
-
Du fühlst dich sozial isoliert? → Suche eine Präsenzgruppe über deine DHS-Beratungsstelle.
-
Du willst das Gewinner-Combo? → Raucherberater + Online-Gruppe + Aria für die tägliche Nachsorge.
In Deutschland
Deine Fragen
-
Muss man sich in einer Facebook-Gruppe gegen Tabak identifizieren?
Nicht wirklich. Du kannst ein Konto mit einem Pseudonym oder nur deinem Vornamen erstellen. Die privaten Gruppen (die meisten sind es) zeigen deine Aktivität nur validierten Mitgliedern. -
Wie lange sollte man in einer Gruppe bleiben?
Mindestens 3 bis 6 Monate – die kritische Rückfallphase. Viele Ex-Raucher bleiben danach als Mentoren für Neuankömmlinge. Es ist ein tugendhafter Kreis. -
Und Gruppen wie AA aber für Tabak („Smokers Anonymous"), gibt es das?
Ja, Nicotine Anonymous (Nikotin-Anonyme), inspiriert von den AA. In mehreren Ländern präsent, eher diskret in Deutschland. Wenn du dem 12-Schritte-Modell für andere Süchte folgst, kann es eine gute Ergänzung sein. -
Kann ich am rauchfrei-Programm jederzeit teilnehmen?
Die Kurse starten regelmäßig im ganzen Jahr in Volkshochschulen, Krankenkassen oder Krankenhäusern. Termine aufrauchfrei-info.deeinsehbar. Das Online-Forum und der Newsletter sind ganzjährig zugänglich. -
Wenn ich rückfällig werde, muss ich die Gruppe aus Scham verlassen?
Auf keinen Fall. Die nützlichsten Gruppen werten Rückfälle als Etappen – nicht als Misserfolge. In der Gruppe nach einem Rückfall zu bleiben, hilft dir, schneller und stärker wieder anzufangen. Und es hilft den anderen zu verstehen, dass das zum Weg gehört.
quellen
Stead LF, Carroll AJ, Lancaster T, Group behaviour therapy programmes for smoking cessation, Cochrane Database of Systematic Reviews, 2017.
Faseru B et al., Enhancing partner support to improve smoking cessation, Cochrane Database of Systematic Reviews, 2018.
BIÖG (ehemals BZgA), Das rauchfrei-Programm – Daten und Bilanz.
BZgA, Rauchfrei-Forum und Hilfsangebote.
DHS, Selbsthilfegruppen und Gruppenangebote.
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