Stillen und Tabak: kann man rauchend stillen, wie Risiken für das Baby begrenzen
Du rauchst und zögerst zu stillen? Stillen bleibt vorteilhaft, auch wenn du rauchst, sofern du 4 einfache Regeln befolgst. Aufschlüsselung ohne Urteil.
Die wissenschaftliche Grundlage zur Rauchentwöhnung wurde ehrenamtlich von Prof. Bertrand Dautzenberg , Tabakologe, gegengelesen, um grobe, potenziell gefährliche Fehler auszuschließen. Sie gibt Positionen wieder, die unter Fachleuten und Gesundheitsbehörden weithin geteilt werden, ohne stets genau seinem Denken oder seiner Praxis zu entsprechen. Er ist nicht der Autor dieses Textes; er hat lediglich eine sorgfältige Durchsicht vorgenommen.
Du rauchst noch und fragst dich, ob du trotzdem dein Baby stillen kannst. Oder ob das Fläschchen am Ende nicht „sauberer" wäre. Setzen wir die Dinge sofort zurecht: ja, du kannst stillen, auch wenn du rauchst. Und es ist sogar empfohlen, unter bestimmten Bedingungen.
Die wahre Frage ist nicht „stillen oder nicht"
Viele rauchende Frauen verzichten aus Schuldgefühlen aufs Stillen. Schade, denn Muttermilch bietet einen Nutzen, der nicht verschwindet, wenn du rauchst. Im Gegenteil, sie mildert bestimmte Effekte des Passivrauchens auf das Kind.
Studien zur Stilldauer und Atemwegsinfektionen
Nikotin, seine Abkömmlinge und andere inhalierte Schadstoffe gehen in die Muttermilch über und können sich dort anreichern. Bisher wurden jedoch keine beunruhigenden Befunde bei gestillten Kindern von Müttern unter Nikotinersatzbehandlung gemeldet.
CRAT (Centre de Référence sur les Agents Tératogènes)
Hôpital Armand Trousseau, Merkblatt Tabak-Stillen, September 2024
Was in die Milch übergeht
Nicht zum Angstmachen, sondern um es richtig zu verstehen:
Die 4 Regeln, die alles verändern
Wenn du nicht vollständig aufhören kannst, hier die Liste der konkreten Handgriffe, die die Belastung deines Babys halbieren bis vierteln:
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Rauche NACH dem Stillen, niemals vorher. Wenn du direkt davor rauchst, bekommt dein Baby bis zu 10-mal mehr Nikotin. Danach hat sein Körper 2 Stunden, um einen Teil dessen, was du ihm überträgst, abzubauen.
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Warte mindestens 2 Stunden zwischen der letzten Zigarette und dem nächsten Stillen. Je länger, desto besser.
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Niemals drinnen, niemals im Auto, niemals neben dem Baby. Immer draußen, und zieh dich um (oder bedeck deine Kleidung), bevor du es wieder in den Arm nimmst – der Tertiärrauch (abgelagert auf Kleidung und Haaren) ist ebenfalls schädlich.
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Kein Co-Sleeping, wenn du rauchst. Mütterliches Rauchen hebt die Schutzwirkung des Stillens gegen plötzlichen Kindstod auf, und das gemeinsame Schlafen erhöht das Risiko zusätzlich.
Und die Nikotinersatzpräparate?
Und die Milchproduktion?
Tabak kann die Milchproduktion etwas verringern – Nikotin hemmt teilweise das Prolaktin (Schlüsselhormon). Viele rauchende Mütter stillen trotzdem sehr gut, aber wenn du das Gefühl hast, deine Laktation sei knapp, ist das ein weiterer Grund zu reduzieren oder aufzuhören.
Der gute Moment für einen neuen Versuch
Das Wochenbett ist ein schwieriger Moment zum Aufhören (Müdigkeit, Hormone, Schlafmangel), aber auch ein Moment mit starker Motivation. Viele Frauen schaffen es, indem sie sich stützen auf:
Eine Begleitung durch ihre Hebamme oder die Kinder- und Jugendgesundheitsdienste.
Niedrig dosierte Nikotinersatzpräparate (auf Rezept, in vielen Ländern erstattet).
Eine Bezugsperson, die du anrufen kannst, wenn das Verlangen aufsteigt (Partner, Freundin, Aria…).
Die Tatsache, die Zigarette durch etwas anderes zu ersetzen (Spaziergang mit dem Kinderwagen, Kräutertee, Atmung).
In Deutschland
Deine Fragen
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Wenn ich rauche, wird mein Baby über die Milch „süchtig" nach Nikotin?
Die übertragenen Nikotinmengen sind gering und innerhalb weniger Stunden ausgeschieden. Kein Fall von neonataler Abhängigkeit allein durchs Stillen ist dokumentiert. Was hingegen am meisten Probleme macht, ist die Belastung durch Umgebungsrauch – das ist das, was du vorrangig reduzieren musst. -
E-Zigarette während der Stillzeit, ist das OK?
Die deutschen und französischen Gesundheitsbehörden bleiben vorsichtig: es fehlt wissenschaftliche Erfahrung. Dampfen ist nicht ausdrücklich kontraindiziert, aber Nikotinersatzpräparate (mit besserer Datenlage) werden bevorzugt. Sprich vorher mit deinem Arzt. -
Ich rauche nur 2-3 Zigaretten am Tag, ist das schlimm fürs Stillen?
Bei dieser Dosis bleibt das Stillen stark empfohlen. Wende die 4 Regeln an und du hast die Belastung auf ein Minimum reduziert – viel besser, als aufzuhören zu stillen. -
Mein Baby ist unruhiger als zuvor. Liegt das an meinen Zigaretten?
Möglich: Nikotin kann zu Reizbarkeit, Schlafstörungen und Koliken führen. Wenn diese Symptome auftreten, verbessert Reduzieren oder Beabstanden der Zigaretten zu den Stillzeiten oft schnell die Situation. Mit dem Kinderarzt sprechen ist eine gute Idee.
quellen
CRAT, Tabak – Stillen, Update 26. September 2024.
BZgA / BIÖG, Rauchen und Stillen, Informationsblatt.
La Leche League International, Smoking and Breastfeeding.
Information Pour l'Allaitement (IPA), Tabak, Nikotin, E-Zigaretten und Stillen.
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