Die Länder, die den Tabak (fast) besiegt haben: Schweden, Neuseeland, Vereinigtes Königreich – Lehren daraus
Schweden 5,4 %, Neuseeland 6,8 %, UK 10,6 %: Diese Länder haben das Rauchen massiv reduziert. Hier sind die Maßnahmen, die wirklich gewirkt haben.
Die wissenschaftliche Grundlage zur Rauchentwöhnung wurde ehrenamtlich von Prof. Bertrand Dautzenberg , Tabakologe, gegengelesen, um grobe, potenziell gefährliche Fehler auszuschließen. Sie gibt Positionen wieder, die unter Fachleuten und Gesundheitsbehörden weithin geteilt werden, ohne stets genau seinem Denken oder seiner Praxis zu entsprechen. Er ist nicht der Autor dieses Textes; er hat lediglich eine sorgfältige Durchsicht vorgenommen.
Eine Zeit lang hätte man schwören können, Rauchen sei ein globales Schicksal, für immer in die menschlichen Gesellschaften eingemeißelt. Doch einige Länder beweisen gerade das Gegenteil: Sie haben ihre Zigarettenraucherquote unter 10 % gedrückt, teilweise sogar unter 5 %. Wie? Mit welchen Politiken?
Schweden – die Wette auf „weniger schädlich"
Der schwedische Fall ist wahrscheinlich der überraschendste. Mit 5,4 % täglichen Rauchern im Jahr 2024 (gegenüber 12,8 % im Jahr 2008) ist Schweden das erste europäische Land, das sich der WHO-Schwelle des „smoke-free" (<5 %) nähert.
Statistics Sweden / OMS, 2024
Wie?
Die Tabakpolitik muss die unterschiedlichen Schäden verschiedener Produkte berücksichtigen. Die Zigarette stellt ein höheres Gesundheitsrisiko dar als Nikotin ohne Verbrennung. Das muss sich in Besteuerung und politischen Zielen widerspiegeln.
Schwedische Tabakpolitik, beschlossen im Dezember 2024
Grenzen
Das schwedische Modell ist kulturell spezifisch (jahrhundertelange Snus-Nutzung) und lässt sich anderswo schwer übertragen. Es ist auch umstritten: Manche Experten befürchten, dass Nikotin in anderer Form weiterhin breit konsumiert wird – über 20 % der Schweden sind nach wie vor Tabakkonsumenten.
Neuseeland – die Wette auf Vaping
Neuseeland hat seine Prävalenz in 6 Jahren fast halbiert (12,2 % im Jahr 2018 → 6,8 % im Jahr 2024). Strategie: Vaping aktiv als Ausstieg aus dem Tabakkonsum fördern – um den Preis eines hohen täglichen Vapings (rund 11 %), darunter ein Teil Doppelkonsumenten.
Das Vereinigte Königreich – die Wette auf das „Generationenverbot", auch in den französischen Gesundheitszielen verankert
Das UK hat eine hybride Strategie gewählt: starke Förderung des Vapings (der NHS empfiehlt das Vaping aktiv zum Aufhören) und ein von Neuseeland inspiriertes Generationengesetz.
ONS, November 2025
Der Tobacco and Vapes Act 2024-2025
Beschlossen 2025, enthält dieses Gesetz:
Die entscheidende Rolle des Vapings
ASH UK, 2025
2024 hat zum ersten Mal die Zahl der Vaper (5,4 Millionen) die Zahl der Raucher (4,9 Millionen) im Vereinigten Königreich überstiegen.
Australien – die Strategie „totale Prohibition", gemischte Ergebnisse
Australien hat einen radikal anderen Weg gewählt: Vape nur auf Rezept, sehr hohe Steuern, neutrale Verpackung seit 2012.
Und die anderen Musterschüler
Die 5 Lehren
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Keine Einheitsstrategie
Schweden (Snus), Neuseeland (Vape), UK (Vape + Generationenverbot) gehen unterschiedliche Wege – alle funktionieren.
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Der Zugang zu weniger schädlichen Alternativen ist fast immer eine Schlüsselvariable.
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Verbote allein wirken nicht
ohne Alternative explodiert der Schwarzmarkt (Fall Australien).
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Politische Kontinuität ist entscheidend: Die neuseeländische Kehrtwende zeigt die Zerbrechlichkeit.
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Steuern allein haben Grenzen: zu hoch ohne Alternative = Schwarzmarkt.
Wenn Raucher Zugang zu risikoärmeren Optionen bekommen, steigen viele um. Das Prinzip ist einfach. Länder, die das ablehnen, verlieren Menschenleben.
Filtermag, 2025, zum schwedischen Modell
Das Gegenbeispiel: Frankreich
Frankreich gehört weder zu den Musterschülern noch zu den Schlusslichtern. 24 % Prävalenz im Jahr 2024 – historischer Rückgang seit 2014 (-4 Millionen tägliche Raucher), aber weit von den Spitzenreitern entfernt.
In Deutschland
Deine Fragen
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Warum ist Schweden beim Zurückdrängen der Zigarette so weit voraus?
Eine Kombination aus Geschichte (traditioneller Snus), differenzierter Besteuerung und einer kohärenten Politik der Schadensminimierung. Es ist außerdem ein kleines, homogenes Land, leichter zu steuern. -
Wird das britische Generationenverbot wirklich wirken?
Zu früh, um das zu sagen. Es tritt erst 2027 in Kraft, und viele Länder schauen zu. Die Herausforderung ist die reale Durchsetzung (gefälschte Ausweise, Schwarzmarkt). -
Warum ist Australien weniger erfolgreich als erwartet?
Vermutlich wegen fehlender legaler Alternativen (Vape), kombiniert mit sehr hohen Steuern – das schafft einen riesigen Schwarzmarkt. Reine Repression allein hat Grenzen. -
Und Frankreich, kann es diesen Beispielen folgen?
Schwierig im aktuellen Zustand: zweideutige Vape-Politik, geringe Sichtbarkeit der Schadensminimierung. Aber Entwicklungen sind möglich, wenn der politische Wille klarer wird.
quellen
Office for National Statistics (UK), Adult smoking habits in the UK 2024, November 2025.
Statistics Sweden / Folkhälsomyndigheten, Daten zur Tabakprävalenz 2024.
Smoke Free Sweden, Mitteilungen 2024-2025.
Lancet Global Health, Which countries are ready for a tobacco endgame?, 2024.
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