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Menschen mit Behinderung und Tabak: Zugang zur Rauchentwöhnung und angepasste Ressourcen

Menschen mit Behinderung rauchen mehr als die Allgemeinbevölkerung, haben aber weniger Zugang zu Entwöhnungshilfen. Hier konkrete und angepasste Ressourcen.

Aria

Die wissenschaftliche Grundlage zur Rauchentwöhnung wurde ehrenamtlich von Prof. Bertrand Dautzenberg , Tabakologe, gegengelesen, um grobe, potenziell gefährliche Fehler auszuschließen. Sie gibt Positionen wieder, die unter Fachleuten und Gesundheitsbehörden weithin geteilt werden, ohne stets genau seinem Denken oder seiner Praxis zu entsprechen. Er ist nicht der Autor dieses Textes; er hat lediglich eine sorgfältige Durchsicht vorgenommen.

Ein selten behandeltes, wenig dokumentiertes und doch zentrales Thema: Menschen mit Behinderung rauchen mehr als die Allgemeinbevölkerung und haben weniger Zugang zu Hilfen bei der Entwöhnung. Hier sind die Bestandsaufnahme und die konkreten Ressourcen – für die betroffene Person ebenso wie für Angehörige und Fachkräfte, die sie begleiten.

Eine lange unsichtbar gemachte Realität

23,5 % der Menschen mit geistiger Behinderung geben an zu rauchen (19,6 % täglich) – nahe am Durchschnitt der Allgemeinbevölkerung, aber mit viel weniger Zugang zu Hilfen.

Santé Publique France, Umfrage Hauts-de-France, 2022-2023

Menschen mit Behinderung neigen dazu, im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung mehr zu rauchen.

HAS, Rahmenpapier

Prävention von Suchterkrankungen und Schadensminderung in ESSMS, November 2022

Mehrere Faktoren addieren sich:

Die Hindernisse beim Zugang zur Entwöhnung

HindernisartTägliche Realität
PhysischNicht rollstuhlgeeignete Arztpraxen, kaputte Aufzüge, fehlende Höranlagen
KommunikativWenige Materialien in Gebärdensprache, Braille oder Leichter Sprache
Kognitiv„Breitenwirksame" Broschüren nutzen zu komplexe Sprache, Suchtkonzepte können abstrakt sein
InstitutionellWenig Schulung der Pflegenden zur Behinderung, fehlende spezifische Protokolle
WirtschaftlichSubstitute sind in Frankreich erstattet, aber Vorkasse bleibt ein Hindernis

Die Ressourcen und angepassten Programme

1. Das Gesundheitsthermometer (Leichte Sprache)

Von Santé Publique France entwickeltes Werkzeug, eine Übersetzung in Leichte Sprache der Items des Gesundheitsbarometers. Es ermöglicht einer Person mit geistiger Behinderung, ihren Konsum, ihre Aufhörmotivation und ihre vergangenen Versuche selbst zu bewerten.

2. Programme in Werkstätten, IME, ITEP, IMPRO

Mehrere Regionen (Hauts-de-France, Provence-Alpes-Côte d'Azur, Normandie über das RSVA) haben spezifische Sensibilisierungs- und Entwöhnungsprogramme entwickelt:

3. Krankenkasse und Substitute

Die Nikotinersatzpräparate (Pflaster, Kaugummis, Lutschtabletten) sind in Frankreich auf ärztliche Verschreibung zu 65 % erstattet, ohne Deckelung seit 2018. In Deutschland werden sie meist nicht von der GKV erstattet, aber es gibt Programme der Krankenkassen. Bei Personen unter Betreuung kann der Betreuer die Schritte begleiten.

4. BZgA Rauchertelefon

Die Linie 0800 8 31 31 31 ist kostenlos (in Deutschland). Sie passt sich zunehmend Menschen mit Hörbehinderung an (Vermittlung über Telefon-Relais-Zentren für Gebärdensprache). Die Website rauchfrei-info.de bietet zunehmend zugängliche Inhalte.

Für Angehörige und Fachkräfte

Zu kennende Sonderfälle

Tabak und bestimmte psychiatrische Behandlungen

Motorische Behinderung und Substitute

Für Personen mit Schwierigkeiten beim Handhaben von Pflastern oder Kaugummis (eingeschränkte Handmobilität zum Beispiel) gibt es Alternativen: Inhalatoren, Sprays oder Hilfe einer Begleitperson beim Anlegen der Pflaster.

In Deutschland

Deine Fragen

  • Mein Kind in einer Förderschule raucht. Was tun?

    Sprich zuerst mit dem pädagogischen Team – viele Einrichtungen haben spezifische Programme. Bitte darum, dass ein zur Behinderung geschulter Raucherberater hinzugezogen wird. Vermeide die frontale Konfrontation, die den Konsum verstärken kann.
  • Ich bin gehörlos, ich will aufhören – wo finde ich Hilfe in Gebärdensprache?

    Mehrere Klinikeinheiten haben Sprechstunden in Gebärdensprache (Pitié-Salpêtrière in Frankreich, Uniklinik Hamburg in Deutschland, etc.). Aria funktioniert per Schrift-Chat, was sie zu einer direkt zugänglichen Option macht. Und Webseiten bieten zunehmend übersetzte Inhalte.
  • Ich habe eine motorische Behinderung, ich kann das Pflaster nicht allein anlegen. Was tun?

    Du kannst einen Angehörigen, eine Begleitperson oder einen ambulanten Pflegedienst bitten. Du kannst auch Kaugummis oder Lutschtabletten bevorzugen, die kein Anlegen erfordern. Dein Arzt wird dich zur am besten geeigneten Form orientieren.
  • Ich bin unter Betreuung, kann ich allein entscheiden aufzuhören?

    Ja. Die Rauchentwöhnung gehört zu deinen persönlichen Entscheidungen. Die Betreuung kann dich bei administrativen Schritten begleiten, aber die Entscheidung gehört dir.
  • Mein Angehöriger in einer Werkstatt raucht wie ein Schornstein. Wie helfen ohne ihn vor den Kopf zu stoßen?

    Wohlwollender Ansatz, kein Urteil. Schlage ihm vor, gemeinsam die Helpline zu kontaktieren oder Aria in seinem Tempo zu nutzen. Das regionale Programm seiner Einrichtung kann auch lokale Ressourcen haben.

quellen

  • WHO, Informationsblatt Behinderung und Gesundheit, 2023.

  • RSVA Normandie (FR), Tabakprävention und Behinderung, 2024-2025 ; Bundesvereinigung Lebenshilfe (DE), Suchtprävention bei Menschen mit geistiger Behinderung, Leitfaden 2024.

  • The Factors Associated with Attempted Smoking Cessation According to the Types of Disability, NCBI / PMC, 2021.

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